Wer den Flieder kostet, der weiß, wie Liebe schmeckt

Flieder ist giftig. In Teilen zumindest. Dennoch kann man ganz köstlichen Fliederblütensirup daraus machen. Für die Pop-Formation Pirschheidi aus Potsdam verkörpert der Flieder die Liebe.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass die charmante Truppe um Frank Heck und Torsten Kuhn ihn zum Thema ihrer Debüt-Single machten:

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Gleich fünf genreübergreifende Mix-Versionen liefern sie ab. “Ich will den Flieder kosten” ist eine himmlisch leichte und dennoch bittersüß angehauchte Produktion, in der sich alles um unerwiderte Liebe und die konträre Leichtigkeit und Gelassenheit des Seins über den Dächern einer Großstadt dreht. Die Protagonistin ergibt sich dem Charme ihres Schwarms und widersteht dennoch der Versuchung, sich ihm vollends zu opfern. Stattdessen genießt sie den sonnigen Augenblick und belässt es bei der liebevollen Wunschvorstellung – über den Dächern der Stadt.

Ist möglicherweise ein Bild von 1 Person, Dirndlrock und Text „Pirschheidi Ich will den Flieder kosten“

Bereits mehrfach stießen die “Pirschheidis” (Frank Heck, Torsten Kuhn, Klaus Carpendale und Pirschkaty) mit ihren ernstzunehmenden Remix-Versionen in die deutschsprachige Musikszene vor. Unter anderem beeindruckten sie mit einer energiegeladenen Deep-Fox-Version des Titels “Du” von Alexander Knappe. Doch der große Durchbruch blieb ihnen bisher verwehrt. Ob sich das mit ihrem ersten eigenen Baby “Ich will den Flieder kosten” ändert, steht in den Sternen. Aber eines ist sicher: der Frühling fängt gerade erst an.

Flieder kosten

Manch einer wird euch davon abraten, den Flieder zu kosten. Teile des Flieders, vor allem seine Blätter, Rinde, die Triebe sowie die Beeren, gelten als leicht giftig. Sie enthalten das Glykosid Syringin, welches den stark bitteren Geschmack verursacht. Wie mit der bitteren Liebe verhält es sich jedoch auch mit dem Flieder so, dass der schönste Teil – die Blüte – sehr schmackhaft ist. Wir legen euch ans Herz, es mal mit selbstgemachtem Fliedersirup zu probieren. Man nehme:

  • 50 g Fliederblüten – nur die kleinen weißen oder lilafarbenen Blüten möglichst ohne grüne Bestandteile
  • 1 L Wasser
  • 1 Bio-Zitrone
  • 600-1000 g Zucker

Wir empfehlen, wenig Zucker zu nehmen, den Sirup dann aber schnell aufzubrauchen, da er nicht lange haltbar ist.

Bereitet ein Einweckglas mit Fliederblüten vor. Den Rest der Zutaten kocht ihr, bis eine klare Zuckerlösung entsteht und kippt das heiße Gebräu dann zu den Blüten ins Glas. Lasst es über Nacht (mindestens acht Stunden) ziehen. Am nächsten Tag seiht ihr es durch ein Leinentuch und fertig ist der himmlisch pinke Genuss, der besonders in Mixgetränken prachtvoll zur Geltung kommt.

purple flowers in brown ceramic vase

Spirituelle Bedeutung des Flieders

Die Fliederdolden stehen für die romantische und „unschuldige“ Liebe, Lachen, Freude und Heiterkeit. Sie wurden bereits im Mittelalter sehr geschätzt. Die Kelten glaubten, dass man durch den Duft in überirdische Welten gelangen könnte. Das blumige Aroma hat was Überschwängliches, wirkt sehr feminin, harmonisierend und beglückend. Als Räucherpflanze sorgt der Flieder für Schutz und Reinigung. Zahlreiche Gedichte und Gemälde ranken sich um den Fliederstrauch. Auch die Farbe hat es in sich. Flieder ist ein Farbton, der etwas Feierliches, Überirdisches, Traumhaftes und Heilsames ausstrahlt.

Fliederblüten

Wenn der weiße Flieder wieder blüht

Freut ihr euch auch so auf die Fliederblüte ab Mai? Und wusstet ihr, dass die bekannteste Komposition von Franz Doelle dieser Slow-Fox-Hit aus dem Jahre 1928 ist: “Wenn der weiße Flieder wieder blüht”? Na? Habt ihr die Melodie im Kopf?